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  ... wir Ihnen alles Wissenswerte über die herrliche Natur rund um den Piburger See. Das naturbelassene Gewässer stellt den größten See im Ötztal dar. Er ist mit bis zu 23° auch der wärmste Gebirgssee Tirols. Hier erfahren Sie auch alles über das Sommerprogramm 2007 (Folderdownload pdf, 761 kb)

  "Der schönste Spaziergang Tirols ist von Roppen über Sautens zum Piburger See und über die Achstürze nach Oetz."

(Bruder Willram, Dichter)


Der Piburger See ist eines der ältesten Naturschutzgebiete Tirols. Bereits 1929 wurde er zum Naturdenkmal erklärt. 1983 konnte das Schutzgebiet erweitert werden, es entstand das heutige Landschaftsschutzgebiet Achstürze-Piburger See (KARTE). Landschaftsschutzgebiete sind Gebiete, die zur Erhaltung der besonderen landschaftlichen Eigenart und Schönheit und des sich daraus ergebenden Erholungswertes unter Schutz gestellt werden. Der Schutz von Tieren und Pflanzen tritt hier in den Hintergrund. Im Frühjahr 2004 wurde seitens der Tiroler Landesregierung eine Betreuungsstelle für dieses Schutzgebiet eingerichtet. Wesentliche Aufgaben der Gebietsbetreuung sind die Vermittlung der Besonderheiten und der Bedeutung eines Schutzgebietes und damit die Sensibilisierung der Bevölkerung dafür.

Kontakt zur Schutzgebietsbetreuung: Landschaftsschutzgebiet Achstürze-Piburger See
Mag. Kathrin Amprosi
Gemeindeamt Oetz
A-6433 Oetz
Bürozeiten: Montag 14:00 – 17:00 Uhr
T: ++43 676 9437555
M: achstuerze-piburger-see@tiroler-schutzgebiete.at


Der Piburger See entstand durch einen nacheiszeitlichen Bergsturz. Die ursprünglich vom Gletscher ausgeschliffene Felsrinne wurde durch die Felsmassen an ihrem östlichen Rand verlegt. Dieser Stau in der Abflussrinne ließ westlich davon einen See entstehen. Spuren dieses geologischen Großereignisses sind bis heute zu sehen und zu spüren. In den Kluftspalten zwischen den riesigen Felsblöcken zirkuliert kalte Luft, die die Pflanzen- und Tierwelt beeinflusst, aber auch lange Zeit vom Menschen zu Kühlzwecken in Form von kleinen Eiskellern genutzt wurde.

 

Alter Eiskeller beim Habicher See

 

 

 


Die Ufer rund um den See sind großteils steil und felsig. Flache Buchten finden sich am Nord- und Südufer. Dort zeigt sich die Ufervegetation von ihrer schönsten Seite. Hier wachsen Fieberklee und die Weiße Seerose, aber auch Seggen, Pfeifgrashorste und ein mittlerweile stattlicher Schilfgürtel, über dem Libellen rastlos umherschwirren.

Weiße Seerose (Nymphaea alba)

 

 

Dem Piburger See wird nun schon seit Jahren eine gute Wasserqualität bescheinigt. Dies war jedoch nicht immer so. In den 1960er Jahren drohte der See ökologisch zu kippen. Mit Hilfe von Wissenschaftlern der Universität Innsbruck, die den Ernst der Lage rechtzeitig erkannten, konnte dies jedoch verhindert werden. 1970 wurden erste Sanierungsmaßnahmen eingeleitet, durch die sich die Wasserqualität deutlich verbesserte. Der See ist somit nicht nur einer der schönsten, sondern sicherlich auch der bestuntersuchte Badesee Tirols.

 

Die Wasserqualität des Piburger Sees ist quasi allererste Sahne

 


 
Der Fischbestand im Piburger See wird derzeit intensiv untersucht. Mag. Wolfgang Mark, Limnologe an der Universität Innsbruck über seine Arbeit am Piburger See: „Ziel des Interreg III Projektes ist es den aktuellen Fischbestand zu erheben, um aus den gewonnenen Daten ein möglichst naturnahes Fischmanagement zu entwickeln, das sowohl den Interessen der Fischerei als auch denen des Naturschutzes gerecht wird.“

Wolfgang Mark mit einer Prachtexemplar von Forelle

 

 


Nimmt man sich an einem schönen Sommertag die Zeit den „Luftraum“ über dem Piburger See zu beobachten, wird man bald begeistert die Flugkünste der Libellen verfolgen. Laut einer Studie, die 1996 von zwei Biologen durchgeführt wurde gibt es am Piburger See rund neun verschiedene Libellenarten, darunter sehr häufig die markante Braune Mosaikjungfer (Aeshna grandis) oder die Gemeine Smaragdlibelle (Cordulia aenea). Ein guter Platz um diese zu bewundern ist der ausgedehnte Schilfgürtel nahe der Badeanstalt. Hier patrouillieren vor allem die männlichen Tiere entlang ihrer Reviergrenzen.


(Queller: Manfred Föger& Karin Pegoraro (1996): Zur Libellenfauna des Piburger Sees)

 

Libellen, das Vorbild für Hubschrauber, sind nicht nur wahre Flugkünstler,
sondern haben auch ihre optischen Reize.

 

 

  Der Piburger See lockt durch seine idyllische Lage, seine Naturbelassenheit und seine angenehmen Wassertemperaturen jedes Jahr eine Vielzahl von Besuchern an. Prinzipiell ist dies als sehr positiv zu bewerten, Naturschutzgebiete sollen für die Menschen zugänglich sein, sollen Raum bieten für Aktivität in der Natur, für Entspannung und Erholung. Manche Bereiche müssen jedoch vor zu hohem Besucherdruck bewahrt werden, damit sie in ihrer natürlichen Schönheit und ökologischen Funktionsfähigkeit erhalten bleiben. Dazu gehören am Piburger See weite Abschnitte der sensiblen Uferzonen.

Ein (allzu) beliebter Badeplatz